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“FRIEDEN GEHT NUR GEMEINSAM”

EUmérite 2018 an Professor Dr. Dr. Udo Di Fabio verliehen.

vlnr: Senator H. Haibel (2011); Prof. Notker Wolf, OSB (2010); Prof. W. Weidenfeld (2014); Witwe E. Oszlàri (2009); Prof. U. Di Fabio (2018); (Prof. Sinn (2016) entschuldigt); Oberbürgermeister M. Schilder; Wolfgang E. Schultz (Foto: Waltl-Jensen)

Der 2009 von Magnet-Schultz Memmingen gestiftete EUmérite würdigt Persönlichkeiten, welche den Werte-Dreiklang Ethik, Europa und soziale Marktwirtschaft markant leben.

In der Laudatio weist Wolfgang E. Schultz an Hand vieler Zitierungen aus Büchern des Geehrten nach, dass als sechster Empfänger auch Professor Di Fabio dieser Würdigung gerecht wird.

Nach der (maximal) zwölfjährigen Zeit als Verfassungsrichter übernahm Professor Di Fabio 2012 den Mercator-Lehrstuhl an der Universität Duisburg-Essen. Außerdem ist er Professor im Institut für Öffentliches Recht an der Universität Bonn. In seinen Leitbildern findet sich: „Jeder soll in den Bahnen des sittlichen Anstands und des Rechts selbst dafür sorgen, dass er das erreicht, was ihm zusteht, und es steht ihm zu, was er so rechtmäßig erreicht.“ Sein eigener Werdegang ist ein starkes Beispiel dafür.

In seiner Dankadresse vertritt Di Fabio den engen Zusammenschluss der europäischen Staaten. Die EU gewinne im globalen Zusammenhang – nicht zuletzt friedenssichernde – Bedeutung, indem die Einzelländer Macht an die EU abgeben, in der Gemeinschaft Macht gewinnen und dennoch ihre Individualität wahren. Er zeigt bisherige Entwicklungen und das Zusammenwirken der Staaten auf, weist aber auch darauf hin, dass nicht alles kam wie gewünscht. Er fordert die Republik neu zu fundieren, indem ehrliche Diskussionen geführt werden – im Verbund mit einer Rückbesinnung auf das Grundgesetz von 1949 und den Lissabonner Vertrag von 2009 – und mit Bedauern über den Brexit.

Hinsichtlich Migration formuliert er: „Demokratien und selbstbestimmte Räume können ohne Grenzen nicht existieren“, trotzdem sei „Achtung vor dem Anderen das erste Gebot“.

Betreffend Marktwirtschaft spricht er an, dass Alltagserfahrungen bei einer Null-Zinspolitik nicht mehr funktionieren und sagt: „Marktwirtschaft ist sozial, wenn sie auf dem Prinzip der Privatautonomie funktioniert, Anreize zum Mitmachen und zur Selbstentfaltung gibt und nicht durch staatliche Eingriffe!“. „Gelenkte Marktwirtschaft schafft keinen Wohlstand und belastet immer auch die Politik.“ – als Beispiel nennt er die staatliche Initialisierung und den Ausstieg aus der Kernkraft. Ferner „Oligo- und Mono-Pole bedürfen europäischer Wettbewerbskontrolle.“

Der Preis besteht aus einem silbernen Anstecker und einem silbernen Ölzweig, welche der Kemptener Goldschmied Rall nach einem Original des Olea europaea aus Kreta geschaffen hat. Der Zweig ruht auf einem Sockel aus Olivenholz.

Wie schon bewährt haben die Kerbers mit den Just Friends musikalisch begleitet: die Europa-Hymne, ein Alphornsolo und ein europäisches Medley. Ihre Besonderheit liegt im alpin-jazzigen Folk unter Verwendung klassischer und moderner Instrumente, darunter ein Carbon-Alphorn.

Wie alle bisherigen Verleihungen war auch diese von grosser Aufmerksamkeit und Zustimmung begleitet.