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Georg Eisenreich, Staatsminister für Digitales, Medien und Europa zu Besuch bei Magnet-Schultz

Geschäftsführer Herr Kienle (rechts) erläutert Abläufe bei der vollautomatischen Fertigung von Parksperren für Automatikgetriebe

Memmingerberg 09.10.2018. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek und des Unternehmers Dr. Albert W. Schultz besuchte der bayerische Staatsminister Eisenreich in Begleitung von Bezirkstags-Vizepräsident Alfons Weber die Firma Magnet-Schultz (MSM) im Werk Memmingerberg zum Austausch über die aktuellen Schlagworte Digitalisierung und Industrie 4.0.


MdL Holetschek überreicht ein Buchgeschenk an Staatsminister Eisenreich. (v.l.n.r: Bezirkstags-Vizepräsident Alfons Weber, Geschäftsführer Produktion MSM Gotthard Kienle, Staatsminister Georg Eisenreich, MdL Klaus Holetschek, Einzelgeschäftsführer MSM Dr. Albert W. Schultz) 

Gastgeber Dr. Schultz brachte bei der Begrüßung zum Ausdruck, dass ihm die Unterstützung der Demokratie vor dem Hintergrund des aktuellen Wahlkampfes ein wichtiges Anliegen ist und er auf ein starkes Ergebnis der gemäßigten Parteien hofft.

Geschäftsführer Herr Kienle übernahm die Besuchergruppe zu einer Führung durch die Fertigung.

Beeindruckt zeigte sich der bayerische Staatsminister beim Rundgang durch die hochmodernen Produktionshallen in Memmingerberg. Neben den hochautomatisierten Fertigungseinrichtungen fallen die Sauberkeit und Helligkeit auf, alles Voraussetzung für die Qualität der dort produzierten Geräte, erklärt Albert W. Schultz. Er betont, dass sich auch darin die Attraktivität des Arbeitsplatzes und folglich die hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter begründet.

In der anschließenden Diskussion wurden die Bedeutung von Digitalisierung und Industrie 4.0 für Unternehmen und  Politik sowie daraus resultierende Aufgaben und Entwicklungen erörtert.

Dr. Schultz  zeigte auf, dass der Anteil von gering qualifizierten Arbeitskräften kontinuierlich zurückgeht.  Bei der Kompensation von Arbeitsplätzen die durch Automatisierung wegfallen hilft Wachstum  begleitet von ständiger Aus- und Weiterbildung für Fachpersonal, für  MSM gängige Praxis.

Herr Kienle forderte die Schlagworte auf ihren Praxisbezug zu durchleuchten, legte dar, dass deren Kern-Inhalte bei MSM seit Jahrzehnten dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit dienen.

Dr. Schultz zeigte am konkreten Beispiel des Geschäftsführers Kienle die beruflichen Chancen des dualen Bildungsmodelles „Lehre“ auf, im Mittelstand oft erfolgreich praktiziert. Herr Eisenreich verwies auf den aktuellen bildungspolitischen Grundsatz, dass berufliche und akademische Bildung als gleichwertig zu betrachten sind und bezeichnete einen übermäßigen „Verschulungsprozess“ als hoch gefährlich.

Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Schlagworte unbegründete Ängste in der breiten Bevölkerung schüren. Für MSM sieht Dr. Schultz im Aufbruch zu Industrie 4.0 große Chancen – er prognostiziert durch Vernetzung und Automatisierung eine Steigerung der Bedarfe für anspruchsvolle Aktorik, Sensorik und Ventiltechnik. Staatsminister Eisenreich sieht diese Chancen für ganz Bayern sowie für alle Länder mit einem hohen Anteil an Industrie, warnt allerdings auch davor die Entwicklung zu verschlafen. Die Aufgabe der Politik liegt für ihn weniger in der Unterstützung von Firmen wie MSM, die er für die kommenden Aufgaben als gut gerüstet ansieht, als darin, kleinere Unternehmen zu begleiten und die Menschen durch geeignete Infrastruktur und Vernetzung „mitzunehmen“. Seinen Angaben zufolge sind nach einer aktuellen Umfrage 30% der Unternehmen auf Industrie 4.0 nicht vorbereitet. Hier soll das Förderprogramm Bayern Digital greifen, Digitalisierung sollte Chefsache werden. Geschäftsmodelle und Produkte müssten auf die zunehmende Digitalisierung angepasst werden.

Dr. Schultz erinnerte an dieser Stelle an die hoheitlichen Aufgaben der Politik und meldet für Magnet-Schultz Bedarf im Bereich der Bildung und der Infrastruktur. „Weiterbildung muss vor Ort passieren und erschwinglich bleiben“. Etwa bei der schon länger diskutierten Teilzeitausbildung zum Mechatronik-Techniker  im Allgäu müsste die Standort-Wahl rein „nach Bedarf“ auf Memmingen fallen. Man brauche weniger neue Berufsbilder als vielmehr zielgerichtete Weiterbildung mit sinnvoller Integration digitaler Inhalte. Dass  dies an anderer Stelle erfolgreich funktioniert, zeigt die seit Jahren praktizierte, berufsbegleitende Weiterbildung un- bzw. angelernter Mitarbeiter zum Maschinen- und Anlagenführer.

Zur Abrundung des Besuchs stellte Dr. Schultz den Besuchern das Familienunternehmen, Produkte und deren Anwendungsbereiche sowie aktuelle Digitalisierungsprojekte anhand  einer Präsentation vor.

Herr Holetschek dankte für die Gastfreundschaft und verwies auf das Engagement der Familie Schultz auch in Sachen Allgäu  Airport und Europa, letzteres durch die Stiftung des EUmèrite – eines Preises der den Wertedreiklang Ethik, Europa und Soziale Marktwirtschaft würdigt.

Minister Eisenreich richtete ebenfalls Dank an Magnet-Schultz und sprach Anerkennung aus: „Eine beeindruckende Firma mit einer beeindruckenden Entwicklung!“