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Fernwärmeanschluss bei Magnet-Schultz erfolgreich in Betrieb genommen

Bildunterschrift: Dr. Albert Schultz und Andreas Müller nehmen den Fernwärmeanschluss in Betrieb

 

Dr. Albert Schultz eröffnete die Veranstaltung mit den Worten:

„Mit dem Anschluss an das Fernwärmenetz der e-con steigern wir unsere Resilienz durch eine weitere Quelle am Standort. Mit der Rückführung unserer Abwärme senken wir nicht nur Emissionen sondern verbessern auch die Wirtschaftlichkeit beider Unternehmen. Erst die Verbindung von Ökonomie und Ökologie ist wirklich nachhaltiger Klimaschutz – herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit!“

2.000 kW Fernwärmeleistung für den Memminger Standort – Abwärmenutzung folgt im nächsten Ausbauschritt

Die Magnet-Schultz GmbH & Co. KG hat die Fernwärmeversorgung an ihrem Hauptstandort in der Allgäuer Straße erfolgreich in Betrieb genommen. Der neue Anschluss an das Wärmenetz Memmingen Süd der e-con AG verfügt über eine installierte Fernwärmeleistung von 2.000 kW. Im kommenden Jahr soll in einem weiteren Projektschritt zusätzlich industrielle Abwärme des Unternehmens für die regionale Wärmeversorgung nutzbar gemacht werden.

Magnet-Schultz hatte sich Ende 2024 für den Anschluss an das regionale Fernwärmenetz entschieden. Mit der Inbetriebnahme des Übergabecontainers im September 2026 steht dem Unternehmen nun eine weitere langfristig nutzbare Wärmequelle zur Verfügung. Die Technik im Übergabecontainer verteilt die Fernwärme auf zwei separate Heizungsanlagen am Standort.

„Mit Magnet-Schultz schließen wir einen bedeutenden Industriestandort an das Wärmenetz Memmingen Süd an. Besonders wichtig ist für uns die Perspektive über die reine Wärmeversorgung hinaus: Im nächsten Schritt wollen wir auch vorhandene industrielle Abwärme in das regionale Wärmesystem integrieren. Damit können Energiepotenziale vor Ort künftig noch besser genutzt werden“, sagt Andreas Müller, Geschäftsführender Gesellschafter der Alois-Müller-Gruppe.

Baustein der langfristigen Standortstrategie

Für Magnet-Schultz ist der Fernwärmeanschluss Teil der langfristigen Energie- und Standortstrategie. Das Unternehmen setzt bereits auf verschiedene Energieträger und Versorgungswege. Neben regional erzeugtem Photovoltaikstrom und einer bestehenden Fernwärmeversorgung am Standort Memmingerberg steht Fernwärme nun auch am Hauptstandort in der Allgäuer Straße zur Verfügung.

„Für die Zukunftssicherheit eines Industriestandorts sind eine witterungsunabhängig verlässliche Energieversorgung und wirtschaftlich tragfähige Energiepreise im internationalen Wettbewerb entscheidend. Mit dem Fernwärmeanschluss erweitern wir unsere Wärmeversorgung um eine weitere langfristig verfügbare und flexibel nutzbare Energiequelle. Die Kombination verschiedener Energieträger stärkt unsere Resilienz und gibt uns die Möglichkeit, die jeweils wirtschaftlich und technisch geeignete Lösung einzusetzen. Für uns ist das ein wichtiger Baustein, um den Standort auch langfristig wettbewerbsfähig aufzustellen“, erklärt Dr. Albert Schultz, Geschäftsführer von Magnet-Schultz.

Abwärme wird künftig Teil der regionalen Wärmeversorgung

Für 2027 ist vorgesehen, auch die industrielle Abwärme von Magnet-Schultz in das Wärmenetz Memmingen Süd einzubinden. Künftig sollen dadurch bis zu 1.000 kW Abwärme für die regionale Wärmeversorgung genutzt werden. Parallel dazu ist der Ausbau des Heizwerks Memmingen-Benningen um eine Großwärmepumpe geplant.

Die technische Grundlage dafür bildet das als 4-Leiter-System ausgeführte Wärmenetz. Zusätzlich zur klassischen Fernwärmeversorgung steht ein separater Kreislauf für die Nutzung industrieller Abwärme zur Verfügung.

So funktioniert das Prinzip: In einer Leitung wird Wasser mit einer Grundtemperatur von rund 10 Grad Celsius zu den angeschlossenen Unternehmen geführt. Dort wird es – unabhängig vom jeweiligen Temperaturniveau der Prozesse – durch die in der Produktion anfallende industrielle Abwärme erwärmt. Auf diese Weise kann Energie genutzt werden, die bislang ungenutzt an die Umgebung abgegeben worden wäre. Gleichzeitig können die Unternehmen ihre Kühllasten reduzieren und damit die Energieeffizienz ihrer Produktionsprozesse verbessern.

Das erwärmte Wasser fließt anschließend über eine zweite Leitung zurück zum Heizwerk Memmingen-Benningen. Dort wird die enthaltene Abwärme mithilfe der geplanten Großwärmepumpe auf das für die Fernwärmeversorgung erforderliche Temperaturniveau angehoben.

„Das Besondere an diesem System ist der doppelte Nutzen: Magnet-Schultz kann über den Niedertemperaturkreislauf Wärme aus seinen Produktionsprozessen wie beispielsweise der modernen Galvanikanlage abführen und damit gleichzeitig den Standort kühlen. Diese Abwärme geht nicht verloren, sondern wird zum Heizwerk zurückgeführt und dort für die regionale Wärmeversorgung genutzt. Da das Wasser bereits vorerwärmt bei uns ankommt, muss die Großwärmepumpe die Temperatur in geringerem Umfang erhöhen, um das erforderliche Temperaturniveau für die Fernwärmeversorgung zu erreichen.“, erläutert Peter Waizenegger von der e-con AG. Dazu Dr. Albert Schultz: 

„Wir freuen uns, dass unsere bislang ungenutzte Abwärme künftig für die regionale Wärmeversorgung eingesetzt werden kann und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit beider Unternehmen verbessert. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie auch marktwirtschaftlich im internationalen Wettbewerb trägt.“

Mit der geplanten Abwärmeanbindung wird Magnet-Schultz im kommenden Jahr der erste Kunde im Wärmenetz Memmingen Süd sein, bei dem neben dem Fernwärmebezug auch industrielle Abwärme in die regionale Wärmeversorgung eingebunden wird. Künftig wird auch die Abwärme weiterer Unternehmen aufgenommen und für die regionale Wärmeversorgung nutzbar gemacht.